Makrofotografie und Focus stacking – Uhrwerk

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Vor eini­gen Wochen hat meine Mut­ter mich auf die Aus­schrei­bung eines Foto­wett­be­werbs zum Thema Makro­fo­to­gra­fie und Struk­tu­ren auf­merk­sam gemacht. Meine erste, spon­tane Idee dazu war, ein Uhr­werk zu foto­gra­fie­ren.
Holdermann’s Uhren­ka­bi­nett in Tübin­gen war so freund­lich, mir ein Uhr­werk zur Ver­fü­gung zu stel­len. Vie­len Dank!

Zur Inspi­ra­tion habe ich mit der Google-Bildersuche nach Uhr­wer­ken gesucht und erst­mal viele Kino­pla­kate zu Stan­ley Kubricks Film „Uhr­werk Orange” gefun­den. Nach­dem ich mir viele Fotos von Uhr­wer­ken ange­se­hen habe,  habe ich mich dazu ent­schie­den, das Uhr­werk fron­tal von oben zu foto­gra­fie­ren und mög­lichst so nah ran zu gehen, dass nur noch Zahn­räd­chen etc. zu sehen sind.

Mein Auf­bau war im Grunde sehr ein­fach. Als Hin­ter­grund habe ich eine mil­chige Ple­xi­glas­platte mit Durch­licht ver­wen­det, als Haupt­licht eine Soft­box von hin­ten, oben links.

Foto­gra­fiert habe ich mit einer Canon Eos 5D Mark II und dem Canon EF 100mm 1:2,8 USM Makro-Objektiv.

© Copy­right by Hanna G. Died­richs genannt Thor­mann 2011

So nah wie ich wollte bin ich damit aber noch nicht an das Uhr­werk her­an­ge­kom­men, darum habe ich für das Detail­foto noch zwei Zwi­schen­ringe ein­ge­baut. Damit habe ich es zwar geschafft fast nur noch das Uhr­werk auf dem Foto zu haben, jedoch war das Bild dann durch die starke Ver­grö­ße­rung nicht mehr voll­stän­dig scharf.

Hier ein unbe­ar­bei­te­tes Detail­foto. Gut zu sehen ist die geringe Schär­fe­ne­bene, der obere Teil des Bilds ist unscharf.

© Copy­right by Hanna G. Died­richs genannt Thor­mann 2011

Bei Makro­fo­to­gra­fie ist die Schär­fe­ne­bene näm­lich ziem­lich gering, das kann durch­aus sei­nen Reiz haben, stand dies­mal aber zwi­schen mir und dem Foto, das ich im Kopf hatte. Wenn das oberste Zahn­räd­chen scharf war, waren die mitt­le­ren Räd­chen schon unscharf und die unters­ten fast nicht mehr zu erken­nen. Um eine grö­ßere Tie­fen­schär­fe­ne­bene zu bekom­men, könnte man das Objek­tiv wei­ter abblen­den. Jedoch setzt bei sehr klei­nen Blen­den irgend­wann Beu­gungs­un­schärfe ein und die Bild­qua­li­tät nimmt ab. Eine andere Mög­lich­keit wäre die Ver­wen­dung eines Tilt-Shift Objek­tivs oder eines Tilt-Shift-Balgens.

Eine dritte Mög­lich­keit ist die Schärf­en­tie­feer­wei­te­rung durch Focus stacking. Da ich diese Tech­nik schon lange ein­mal aus­pro­bie­ren wollte, habe ich mich für diese Methode ent­schie­den.
Beim Focus stacking  foto­gra­fiert man eine Bild­folge, bei der die Schär­fe­ne­bene jedes Bilds mini­mal ver­än­dert wird und fügt die Bil­der dann durch Bild­be­ar­bei­tung zu einem voll­stän­dig schar­fen Bild zusammen.

Die Ände­rung der Schär­fe­ne­bene erreicht man ent­we­der durch mini­male Ände­run­gen der Fokus­sie­rung, oder bes­ser, durch eine Makro­schiene. Mit der Makro­schiene ver­än­dert man die Posi­tion der gesam­ten Kamera um wenige Mil­li­me­ter. Wich­tig bei bei­den Metho­den ist, dass die Kamera abso­lut still steht und sich in ihrer Posi­tion nicht unge­wollt ver­schiebt, sonst stim­men die Bil­der nicht mehr überein.

Hier ist das Detail­foto nach dem Focus stacking.

© Copy­right by Hanna G. Died­richs genannt Thor­mann 2011

Focus stacking in Photoshop:

  1. Fotos in eine Sta­pel laden
    Datei” -> „Skrip­ten” -> „Dateien in Sta­pel laden…
    Pho­to­shop erstellt nun ein neues Bild, bzw. eine neue Datei, und erstellt darin für jedes aus­ge­wählte Foto eine Ebene
  2. Ebe­nen pass­ge­nau über­ein­an­der legen: Alle Ebe­nen mar­kie­ren und auto­ma­tisch aus­rich­ten.
    Bear­bei­ten” -> „Ebe­nen auto­ma­tisch aus­rich­ten…
    (Die­ser Schritt ist unnö­tig wenn man mit einer Makro­schiene ver­wen­det hat.)
  3. Als letz­tes setzt man die mar­kier­ten Ebe­nen mit dem Befehl „Ebe­nen auto­ma­tisch über­blen­den…” (direkt unter „Ebe­nen auto­ma­tisch aus­rich­ten”) zu einer Mon­tage zusam­men, bei der die jeweils schärfs­ten Berei­che der Bil­der zusam­men­ge­fügt wer­den.
    Bear­bei­ten” -> „Ebe­nen auto­ma­tisch über­blen­den…

Viel Spass beim Ausprobieren!

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